Hintergrund:
Der Schaltschrankbau ist durch kundenspezifische Produkte, hohe Variantenvielfalt und schwankende Auftragseingänge geprägt. Viele Fertigungsprozesse wie mechanische Bestückung, Kabelkonfektionierung, Verdrahtung und Prüfung erfolgen derzeit überwiegend manuell. Dadurch entstehen insbesondere bei Auftragsspitzen, kurzfristigen Änderungen oder wechselnden Produktmixen hohe Anforderungen an Flexibilität und Planbarkeit.
Modulare und rekonfigurierbare Roboterplattformen ermöglichen es, verschiedene Arbeitsschritte flexibel zu automatisieren und bedarfsgerecht an unterschiedliche Aufträge anzupassen. Ihr wirtschaftlicher Nutzen hängt jedoch stark vom jeweiligen Auftragsspektrum ab. Relevante Einflussgrößen sind unter anderem Losgrößen, Variantenvielfalt, Wiederholhäufigkeit, Prozesszeiten, Rüstaufwände, Auslastung und die zeitliche Verteilung der Aufträge.
Ein Ansatz zur besseren Nutzung automatisierter Systeme ist die Auftragsglättung nach dem Heijunka-Prinzip. Durch eine geglättete Einplanung können die Auslastung der Roboterplattform stabilisiert, Wechsel zwischen Prozessanforderungen reduziert und die Planbarkeit erhöht werden. Ziel der Arbeit ist es daher, zu untersuchen, unter welchen Auftragsspektren eine modulare und rekonfigurierbare Roboterplattform prozessuale sowie wirtschaftliche Vorteile bietet und wie Heijunka diese Vorteile unterstützen kann.
Forschungsfrage
Unter welchen Auftragsspektren erzeugt eine modulare und rekonfigurierbare Roboterplattform im Schaltschrankbau prozessuale und wirtschaftliche Vorteile, und wie kann eine Auftragsglättung nach dem Heijunka-Prinzip zur Verbesserung von Auslastung, Planbarkeit und Wirtschaftlichkeit beitragen?
Aufgabenstellung
- Literaturrecherche und Analyse von Auftragsspektren im Schaltschrankbau
- Untersuchung der Auftragsglättung nach dem Heijunka-Prinzip
- Entwicklung von Bewertungskriterien für prozessuale und wirtschaftliche Vorteile
- Simulation ausgewählter Auftragsspektren in Visual Components
- Bewertung der Ergebnisse und Ableitung von Handlungsempfehlungen
Voraussetzungen / gewünschte Kenntnisse
- Studium im Bereich Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Produktionstechnik, Mechatronik, Automatisierungstechnik oder einem verwandten Fachgebiet.
- Interesse an industrieller Fertigung, Produktionsplanung, Automatisierung und Schaltschrankbau.
- Grundkenntnisse in Produktionssystemen, Lean Production oder Wirtschaftlichkeitsbewertung sind hilfreich.
- Erste Erfahrungen mit Visual Components oder vergleichbarer Simulationssoftware sind wünschenswert, aber nicht zwingend erforderlich.
- Interesse an analytischer Bewertung, Simulation und praxisnaher Optimierung von Fertigungsabläufen.
- Selbstständige und strukturierte Arbeitsweise.
Weitere Hinweise
- Startdatum ab sofort möglich.
- Homeoffice teilweise möglich.
- Der Arbeitsumfang kann individuell nach Interessen und Art der studentischen Arbeit gestaltet werden.
- Die Arbeit eignet sich als Projektarbeit, Bachelorarbeit oder Masterarbeit.
Bitte bewerben Sie sich per Mail an Simon.Ehrismann@faps.fau.de mit einem aktuellen Notenspiegel und Lebenslauf